Mieterselbstauskunft – was muss ein Mieter angeben und was ist verboten? 2017-12-21T16:43:28+00:00

Mieterselbstauskunft – Welche Fragen an den Mieter sind erlaubt?

Nahezu jeder kennt die Bögen, die ein Vermieter nach einer Wohnungsbesichtigung an die Interessenten verteilt. Mit dieser Selbstauskunft will sich der Vermieter ein näheres Bild über den Mietinteressenten machen und nutzt sie neben seinem Bauchgefühl als Grundlage für die finale Entscheidung, an wen er eine Wohnung vermietet. Zwar gibt es keine gesetzliche Verpflichtung als Mieter einen solchen Bogen auszufüllen, allerdings ist auch den meisten bewusst, dass ohne Mieterselbstauskunft die Chancen eine Mietwohnung zu bekommen drastisch sinken. Doch welche Fragen sind überhaupt erlaubt und wo darf ein Mieter auch einmal flunkern?

Welche Fragen sind erlaubt

Grundsätzlich gilt, dass der Vermieter nur Fragen zu Punkten stellen darf, welche das Mietverhältnis maßgeblich beeinflussen könnten. Gleichzeitig kommt es auch darauf an, wie weit fortgeschritten bereits die Gespräche bezüglich eines Mietvertrags sind. Man unterscheidet hier hauptsächlich zwischen vor der Besichtigung und einem ersten Interesse des Mieters an einer Wohnung und nach der Besichtigung bzw. einer aktiven Willenserklärung des Mieter, sich auf diese Wohnung bewerben zu wollen.

Vor der Besichtigung
Bevor ein Mietinteressent eine Wohnung zum ersten Mal gesehen hat, darf der Vermieter lediglich Kontaktdaten wie Name, Vorname und Anschrift erfragen. Ist die Wohnung im Rahmen des sozialen Wohnungsbau gefördert, darf der Vermieter allerdings schon jetzt nach einem Wohnberechtigungsschein (WBS) fragen. Ebenso ist es erlaubt bereits vor Besichtigung sich nach beabsichtigter Haustierhaltung zu erkundigen. Ob man als Mieter hier auch Kleintierhaltung angeben muss, ist immer noch umstritten, da eine solche ein Vermieter grundlegend eigentlich nicht verbieten darf.

Nach der Besichtigung
Bekundet ein Mietinteressent nach der Besichtigung seinen aktiven Willen, sich auf die angesehene Wohnung zu bewerben, so darf der Vermieter nun tiefergehende Informationen abfragen. Dazu gehören Einkommensverhältnisse, Anzahl der Personen, die einziehen werden, aber auch rechtliche Auskünfte, ob gegen den Mieter ein Insolvenzverfahren läuft oder ob in den letzten 5 Jahren eine Räumungsklage gegen den Mieter lief. Nachweise zu den Einkünften darf der Vermieter erst im letzten Schritt vor der finalen Unterschrift anfordern.

Welche Fragen sind nicht erlaubt

Prinzipiell sind keine Fragen erlaubt, die nicht in direktem Zusammenhang mit dem Mietverhältnis stehen. Dazu gehören Fragen nach der Parteizugehörigkeit, Vorstrafen, religiösen Ansichten, ethnische Zugehörigkeit, etc. Auch Fragen, die in die Privatsphäre des Mieters eingreifen, sind natürlich nicht erlaubt. Dazu gehört z.B. die Familienplanung aber auch der Familienstand nach Ansicht mancher Datenschützer.

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Fazit zur Mieterselbstauskunft

Grundsätzlich gilt: Fragen, die erlaubt sind, gilt es auch wahrheitsgemäß zu beantworten. Bei Falschauskunft können dem Mieter Maßnahmen bis hin zur fristlosen Kündigung drohen. Bei nicht erlaubten Fragen ohne direktem Zusammenhang zum Mietverhältnis, kann allerdings auch geflunkert werden. Am einfachsten ist es natürlich, wenn man eine Plattform wie kondoor benutzt, die sich genau um solche Fragen der Rechtsmäßigkeit von Mieterselbstauskünften kümmert und nur die Informationen an den Vermieter weiterleitet, zu denen der Mieter aktiv zugestimmt hat.